Parkraumbewirtschaftung erweitern in Potsdam West und im Norden

Votierungsliste Nummer: 
3
Laufende Nummer: 
616
Art der Übermittlung: 
Internet
Betrifft: 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Parkraumbewirtschaftung in Potsdam West und im Potsdamer Norden wird erweitert. Zu prüfen sind insbesondere die Parkmöglichkeiten nördlich des „Parkbereichs 100“ und die Brandenburger Vorstadt.

Einschätzung der Landeshauptstadt Potsdam: 

Die Parkraumbewirtschaftung zielt auf eine Mehrfachnutzung knappen Parkraums ab. In Gebieten hoher Parkraumauslastung bewirkt sie eine Verkürzung der durchschnittlichen Parkzeit und somit eine Erhöhung des Parkumschlags, wodurch häufiger freie Parkplätze, bspw. für Kunden oder Besucher, zur Verfügung stehen. In städtischen Quartieren mit erheblichem Parkraummangel kann zudem ein Teil des öffentlichen Straßenraums (max. 50% tagsüber) für Bewohner reserviert werden, um die Parkplatzsuche zu erleichtern. Verkehrsrechtliche Voraussetzung für die Einführung eines Bewohnerparkbereichs ist neben einer hohen Parkraumauslastung jedoch auch eine starke Nutzerkonkurrenz zwischen Bewohnern und Besuchern eines Gebietes um den knappen Parkraum, wie sie etwa zwischen Kunden innerstädtischer Geschäfte und den dortigen Bewohnern besteht. In Teilbereichen des Potsdamer Nordens und Westens, in denen die verkehrsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen, kann eine Erweiterung der Parkraumbewirtschaftung erfolgen. Die Stadtverwaltung führt dementsprechend die Einrichtung neuer Gebiete kontinuierlich und entsprechend dem tatsächlichen Bedarf sowie im rechtlich zulässigen Maß fort. So ist in der Brandenburger Vorstadt noch in diesem Jahr die Ausweitung des Bewohnerparkbereichs 300 auf die Zimmerstraße und den zur Innenstadt gelegenen Teil der Lennéstraße vorgesehen. Die Einführung von Bewirtschaftungsmaßnahmen nördlich des Bewohnerparkbereichs 100 wird nach erfolgter Prüfung ggf. 2018 erfolgen.

Verlauf der Vorschlagseinbringung / Rechenschaft: 

Der Vorschlag wurde im Bürgerhaushalt 2018/19 der Landeshauptstadt Potsdam eingereicht. Er erhielt von den Potsdamerinnen und Potsdamern bei der Vorauswahl / Priorisierung ausreichend Punkte und wurde in die „Liste der Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger“ unter der Nummer 3 aufgenommen. Der Vorschlag erhielt bei der abschließenden Votierung keine ausreichende Punktzahl und konnte aus diesem Grund nicht in die "TOP 20 - Liste der Bürgerinnen und Bürger" aufgenommen werden.
 

>> Der Vorschlag wurde nach der Priorisierung vom Redaktionsteam, in dem Vertreter der Bürgerschaft und Verwaltung tätig waren, aus mehreren Vorschlägen zusammengefasst:

Nr. 616 - Erweiterung der Parkraumbewirtschaftung im Potsdamer Norden
Die Stadt wird nicht müde zu erklären, den Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf den ÖPNV forcieren zu wollen (Seite 8 des Leitbilds der Stadt). Mit Blick auf den seit Jahren steigenden MIV aus dem Potsdamer Norden scheinen die bisherigen Maßnahmen nicht zu fruchten.
Ich schlage deshalb vor, die Parkraumbewirtschaftung im Potsdamer Norden erheblich zu erweitern und so für Pendler den Druck zu erhöhen, auf öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrgemeinschaften (und geteilte Parkgebühren) umzusteigen. Solange es Pendlern – wie bisher – möglich ist, Fahrzeuge nördlich des Parkbereichs 100 abzustellen und die Innenstadt fußläufig in zehn Minuten zu erreichen, lohnt sich ein Umstieg an einem im Bereich des Campus Jungfernsees beabsichtigten P+R Angebots nicht. In Anbetracht der avisierten Fahrzeiten der Tram ist es auch künftig für die meisten Menschen bequemer und zeitlich kaum nachteiliger, sich in den alltäglichen Stau zu stellen.
Die Vorteile einer geringeren Belastung der Verkehrsinfrastruktur, geringere Umweltbelastung, bessere Lebensbedingungen für betroffene Anwohner dürften die mit der Bewirtschaftung verbundenen Kosten mehr als aufwiegen.
Die Stadt sollte hier zunächst das Wohl der Einwohner im Blick haben, die sich für ein Leben in der Stadt entschieden haben. In einem zweiten Schritt soll sie das Pendeln für diejenigen, die gern im Grünen leben, aber die städtische Infrastruktur zu Lasten der unmittelbaren Anwohner (Feinstaub- und Lärmemissionen, Parkplatznot) dennoch in Anspruch nehmen, so angenehm wie möglich gestalten.

Nr. 263 - Parkraumbewirtschaftung Brandenburger Vorstadt
Die gesamte Brandenburger Vorstadt sollte aus folgenden Gründen eine Parkraumbewirtschaftung erhalten: Einnahmen für die Stadt und Lebensqualität der Anwohner durch Anwohnerparkausweise. Die aktuelle Situation ist für Anwohner kaum noch zumutbar - tägliche Parkplatzsuche, sowie Verwarnungstickets des Ordnungsamtes. Gründe sind hierfür: letzte freie Parkräume der Innenstadt, genutzt von Pendlern des VBB nach und von Berlin mit Anbindung Bahnhof Charlottenhof, genutzt von Pendlern mit Arbeitstätigkeiten Innenstadt, St. Josefs-Krankenhaus, etc., genutzt von Besuchern des Parks Sanssouci, genutzt von Hotelgästen der Innenstadt.

Kommentare

Ich kann das nur begrüßen. Als Anwohner einer Straße, die durch abgestellte Kfz. zu einer sechsspurigen Straße geworden ist: Zwei Spuren für die Richtungsverkehre und vier Spuren für Abstellflächen. Gut die Hälfte der abgestellten Kfz. entstammen nicht den Bewohnenden dieses Viertels.

Nirgendwo sonst wird mit großem Aufwand eine Tiefgarage (diejenige am Luisenplatz) gebaut und durch Gratis-Abstellen (ohne jegliche Einschränkung) in der unmittelbaren Umgebung wird das dann konterkariert.

Die Pläne in der Stadtverwaltung liegen vor, es wird Zeit, sie in den genannten zwei Phasen umzusetzen: 1. vom Luisenplatz bis zur Feuerbachstraße, 2. von der Feuerbachstraße bis zur Hans-Sachs-Straße.

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