Maßnahmen entwickeln für eine autofreie Potsdamer Innenstadt

Votierungsliste Nummer: 
23
Laufende Nummer: 
515
Art der Übermittlung: 
Post
Betrifft: 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, Maßnahmen für eine autofreie Innenstadt zu entwickeln. Dabei sind sowohl der kostenlose ÖPNV, Car-Sharing Modelle und der Ausbau des Radwegenetzes zu berücksichtigen.

Einschätzung der Landeshauptstadt Potsdam: 

Zur Verkehrsentwicklung der Potsdamer Innenstadt wurde am 7. Juni 2017 von der Stadtverordnetenversammlung das Innenstadtverkehrskonzept beschlossen. Im Vorfeld sind viele Vorschläge unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit gesammelt und bewertet worden, unter anderem auch der Vorschlag einer autofreien Innenstadt. Dieser wurde nicht in das Konzept übernommen, da dafür keine Notwendigkeit erkannt wurde, abgesehen von einzelnen Straßenabschnitten. Darüber hinaus gibt es von Seiten vieler Innenstadtbewohner und Geschäftsinhaber sowie deren Kunden gute Argumente, die einer solchen generellen Lösung mit gravierenden, nicht nur positiven Auswirkungen entgegenstehen (z.B. Erreichbarkeit, Flächenbedarf für PKW-Abstellung in den angrenzenden Stadtgebieten, viele schwer kontrollierbare Ausnahmeregelungen). Somit ist es nicht möglich, entgegen dem abgestimmten und beschlossenen Innenstadtverkehrskonzept, Maßnahmen zur Sperrung der Innenstadt für den allgemeinen Kfz-Verkehr umzusetzen.
Maßnahmen zur Reduzierung des Kfz-Verkehrs, insbesondere des Durchgangsverkehrs sind Bestandteil des Konzeptes und werden in den folgenden Jahren umgesetzt. Dazu gehören auch die Förderung des ÖPNV, des Radverkehrs und von Car-Sharing-Angeboten. Wichtige Maßnahmen sind z.B.: barrierefreier Zugang zu den Haltestellen Brandenburger Straße und Nauener Tor, fußgängerfreundliche Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Straße, Erweiterung der Fußgängerzone und Schaffung zusätzlicher Fahrradabstellmöglichkeiten. Eine Übersicht aller Maßnahmen sind im Innenstadtverkehrskonzept, Tabelle 8 (unter https://www.potsdam.de/innenstadtverkehrskonzept-fuer-die-landeshauptsta...) aufgeführt.

Verlauf der Vorschlagseinbringung / Rechenschaft: 

Der Vorschlag wurde im Bürgerhaushalt 2018/19 der Landeshauptstadt Potsdam eingereicht. Er erhielt von den Potsdamerinnen und Potsdamern bei der Vorauswahl / Priorisierung ausreichend Punkte und wurde in die „Liste der Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger“ unter der Nummer 23 aufgenommen. Der Vorschlag erhielt bei der abschließenden Votierung keine ausreichende Punktzahl und konnte aus diesem Grund nicht in die "TOP 20 - Liste der Bürgerinnen und Bürger" aufgenommen werden.


>> Originalvorschlag:

Nr. 515 - Autofreie Innenstadt und Stärkung des ÖPNV
In Potsdam sollte es eine autofreie Innenstadt geben. Dazu gehört die Stärkung des ÖPNV. Es sollten Freikarten für den Nahverkehr angeboten werden (oder deutliche Vergünstigungen). Die ständigen Preiserhöhungen wirken demotivierend. Eine Stärkung und Optimierung des ÖPNV (inkl. Preissenkungen) würde dazu führen, dass weniger Autos auf den Straßen sind. Damit verringert sich auch die Luftverschmutzung. Daneben sollte auch in die Förderung von Car-Sharing-Angeboten und in ein weiteren Ausbau des Radwegenetzes investiert werden.

Kommentare

In vielen europäischen Städten - u. a. in Strasbourg = Straßburg - gibt es ja faktisch eine autofreie, zumindest autoeingeschränkte Innenstadt. Dort gibt es nur kurze Stichstraßen zu den Zufahren zur Innenstadt und kein Kfz kann die Innenstadt durchfahren. Nur eben Menschen in der wiedereingeführten, hochmodernen Tram, zu Fuß Gehende und Radfahrende.

Das jetzt wiedergewonnene Zentrum - mitnichten also auf die Brandenburger Straße beschränkt - "schreit" geradezu nach einer Ausweitung der Fußgängerbereiche. Das ist im Gegensatz bspw. zu den etwa gleich großen Städten Erfurt oder Freiburg in Potsdam stecken geblieben. Welch ein Paradies wäre es, die Friedrich-Ebert-Straße zwischen Nauener Tor und Charlottenstraße wäre Fußgängerzone! Welch Paradies wäre es, anstelle der vormaligen fünf- bis siebenspurigen Hauptverkehrsstraße würde der fußläufige Bereich weitergehen bis hin zum Alten Markt!

Dann wäre Potsdam auf Erfurter und Freiburger Niveau. So bleibt die Welterbestadt leider ziemlich hintendran.

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