Radfahren attraktiv und sicher machen

Votierungsliste Nummer: 
27
Laufende Nummer: 
328
Art der Übermittlung: 
Internet
Betrifft: 
Stand der Umsetzung: 
Vorschlag wurde/wird umgesetzt.

Vorgeschlagen wird das Radfahren in Potsdam attraktiv und sicher zu machen. Dazu braucht es:

  • eine Entkoppelung von den vorrangig vom Autoverkehr geführten Straßen,
  • eine Anpassung der Ampelphasen zur "Grünenwelle" auf Radfahrgeschwingigkeit (25 km/h),
  • Schnellfahradweg mit Verbindung von Süd nach Nord,
  • Trennung der Ampeln von Fußgängern und Radfahrern,
  • mehr Fahhradabstellmöglichkeiten am Bahnhof und in der Innenstadt,
  • ausreichend breite Markierungen, damit die Radfahrer einen guten Schutzraum erhalten (Bsp. Feuerbachstraße),
  • Entschärfung der Gefahrenstelle für Radfahrer und Fußgänger am Landtag,
  • glatter Radfahrstreifen auf Kopfsteinpflasterstraßen,
  • Verbindung des Radweges zwischen der Lange Brücke am Anleger zur Speicherstadt und Richtung Hermannswerder mit Anschluss des Radweges Richtung Caputh.
Bewertung / Einschätzung der Landeshauptstadt Potsdam: 

Im Januar 2014 hat die Stadtverordnetenversammlung das Stadtentwicklungskonzept (StEK) Verkehr mit dem Zielhorizont 2025 beschlossen (13/SVV/0741). Eins der wesentlichen Ziele des StEK Verkehr ist der weitere Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur. Derzeit erfolgt dazu die Fortschreibung des Radverkehrskonzepts aus dem Jahr 2008. Im Rahmen der Fortschreibung wird eine erneute Betrachtung des gesamtstädtischen Radverkehrsnetzes zur Aktualisierung der relevanten Haupt- und Nebenrouten des Radverkehrs durchgeführt. Ebenso werden dabei geeignete Radschnellrouten aus bzw. in das Potsdamer Umland geprüft und abgebildet.
Darauf aufbauend erfolgt für die Haupt- und Nebenrouten des Radverkehrs die Erarbeitung von konkreten Maßnahmen zur Optimierung und zum Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur. Unter anderem wird dabei überprüft, für welche Verkehrsbeziehungen zusätzliche Radverkehrsanlagen eine Radverkehrsführung abseits der maßgeblich vom Kfz-Verkehr notwendig sind, auf welchen Routen die vorhandenen Anlagen ggf. ausgebaut werden sollten oder auf welchen Abschnitten zusätzlich eine „Grüne Welle" für den Radverkehr einzurichten ist. Auch die Beseitigung von Gefahrenstellen für den Radverkehr, wie z. B. fehlende Sicherheitsräume durch Einengungen bzw. Hindernisse oder unzureichende Sichtbeziehungen, stellt einen wichtigen Baustein des Radverkehrskonzepts dar. Darüber hinaus ist geplant, im Sommer 2015 eine Fahrradstation am Hauptbahnhof zu eröffnen. Diese soll zum einen zusätzliche Abstellmöglichkeiten bereitstellen und zum anderen eine sichere Abstellanlage für Radfahrer bieten. Auch im Bereich der Innenstadt werden derzeit Varianten zur Herstellung von zusätzlichen Fahrradabstellanlagen auf der Fahrbahn geprüft. Des Weiteren ist die Fortsetzung der Radverkehrsstrategie für Potsdam vorgesehen, welche eine jährliche Finanzierung von Radverkehrsmaßnahmen sichert.

Kosten der Umsetzung: 

Fortschreibung Radverkehrskonzept: 60.000 Euro, Umsetzung der prioritären Maßnahmen: ca. 1 Mio. Euro pro Jahr.

>> Vorschlag betrifft folgendes Produktkonto: 54100023.5221100 und die Investnummer: 0947000140103

Prüfergebnis (Stand Oktober 2015):

Der Prüfauftrag des Bürgerhaushalts 2015/16 wird im Rahmen der Umsetzung des Radverkehrskonzepts von 2008 bereits teilweise bearbeitet zu den Punkten Trennung der Ampeln von Fußgängern und Radfahrern, mehr Fahrradabstellmöglichkeiten am Bahnhof und in der Innenstadt sowie ausreichend breite Markierungen, damit die Radfahrer einen guten Schutzraum erhalten.
Die noch ausstehenden Punkte werden in der Fortschreibung des Radverkehrskonzepts geprüft und soweit möglich berücksichtigt. Die Fortschreibung des Radverkehrskonzepts soll im Spätherbst 2015 öffentlich ausgelegt und im Frühjahr 2016 den Stadtverordneten zum Beschluss vorgelegt werden.

Verlauf der Vorschlagseinbringung / Rechenschaft: 

Der Vorschlag wurde im Bürgerhaushalt 2015/16 der Landeshauptstadt Potsdam eingereicht. Er erhielt von den Potsdamerinnen und Potsdamern bei der abschließenden Votierung insgesamt 3473 Punkte, wurde unter der Nummer 7 in die "Top 20 - Liste der Bürgerinnen und Bürger" aufgenommen und am 3. Dezember 2014 unter der Nummer "14/SVV/1064" der Stadtverordnetenversammlung zur Entscheidung übergeben. Der Bürgervorschlag wurde von der Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am 4. März 2015 als Prüfauftrag geändert beschlossen: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, eine Prüfung des folgenden Bürgervorschlags vorzunehmen: …“. Das Prüfergebnis wurde von der Stadtverordnetenversammlung im Oktober 2015 zur Kenntnis genommen (vgl. Drucksache 15/SVV/0681).

Rechenschaft zur Umsetzung:

Ergebnis der Prüfung und Ausblick zur (zukünftigen) Realisierung: Im Rahmen der Umsetzung des Radverkehrskonzepts von 2008 werden die Vorschläge bereits teilweise bearbeitet. Die Radstation am Hauptbahnhof wurde 2015 umgesetzt und das Fahrradparken auf der Langen Brücke im Nahbereich des Hbf. 2019 verbessert. Ebenfalls wurde in der Innenstadt die Möglichkeiten für das Fahrradparken an verschiedenen Standorten ausgebaut (u.a. Friedrich-Ebert-Straße, Wilhelmgalerie, etc.). Die Trennung des Fuß- und Radverkehrs an Kreuzungen wurde u.a. an der Berliner Straße/ Nuthestraße/ Gutenbergstraße sowie an der Breite Straße/ Zeppelinstraße verbessert. Die noch ausstehenden Punkte werden in der weiteren Fortschreibung des Radverkehrskonzepts geprüft und soweit möglich berücksichtigt.

Welche Mittel wurden bereitgestellt?

Die vorgenannten Maßnahmen wurden im Zuge der Umsetzung des Radverkehrskonzepts der Landeshauptstadt Potsdam realisiert und aus dem laufenden Budget finanziert. Eine Aufschlüsselung der Kosten einzelner Bürgervorschläge ist deshalb nicht möglich.

Kostenplanung 2015: Aufwand: 1.510.700 EUR / Ertrag: 167.100 EUR
Kostenplanung 2016: Aufwand: 1.393.600 EUR / Ertrag: 50.000 EUR

Kostenergebnis 2015: Aufwand: 574.998 EUR / Ertrag: 0 EUR
Kostenergebnis 2016: Aufwand: 500.210 EUR / Ertrag: 0 EUR

Ausblick, Kostenplanung: Aufwand: 8.264.400 EUR / Ertrag: 3.327.500 EUR in Summe für 2017 bis 2020
 

Zusammengefasste Originalvorschläge:

Radfahren attraktiv machen! (Nr. 328)
Um Radfahren in Potsdam attraktiv zu machen braucht es: ausgebaute Radwege, Entkoppelung von den vorrangig vom Autoverkehr geführten Straßen, Ampelphasen zur "Grünenwelle" auf auf Radfahrgeschwingigkeit (25 km/h) anpassen, Schnellfahradweg mit Verbindung von Südost nach Nordwest. Trennung der Ampeln von Fußgängern und Radfahrern - Ampeln mit extra Fahrradampel mit Gelbphase ausstatten, mehr Fahhradabstellmöglichkeiten am Bahnhof und Innenstadt. Einnahmen zur Umsetzung gibt es jetzt aussreichend mit den neuen Blitzeranlagen und der Parkgebührenordnung

Schnell-Fahrradwege von Nord nach Süd bauen (Nr. 329)
Qualität und Sicherheit der Radwege ausbauen, Schnellfahrradwege von Nord nach Süd bauen!

Mehr Radfahrstreifen/Markierung zur Sicherheit der Radler (Nr. 184)
Häufig kommt es zu gefährlichen Situationen zwischen Radfahrern und Autos bzw. Straßenbahnen. Gerade in der Friedrich-Ebert-Straße ist der Raum zwischen parkenden Autos, Tram/Bus und Radler sehr eng. Hier sollten ausreichend breite Markierungen vorgenommen werden, damit die Radfahrer einen guten Schutzraum erhalten. Ein weiteres Beispiel ist die Feuerbachstraße. Dort ist es genau so eng. Markierungen schaffen sicher auch dort Abhilfe.

Gefahrenstelle für Radfahrer und Fußgänger am Landtag entschärfen (Nr. 268)
Um die Gefahrenstelle für Fußgänger und Radfahrer am Landtag/Hotel Mercure zu entschärfen, sollte das "Rechtsfahrgebot" für Radfahrer auf der Langen Brücke durchgesetzt werden. - Also in Richtung Bahnhof den Radweg auf der rechten Brückenseite nehmen (am Hotel Mercure entlang) und stadteinwärts auf der Nordseite der Lagen Brücke nur in einer Richtung am Landtag vorbei ins Stadtzentrum fahren. Wenn alle Verkehrsteilnehmer immer nur auf der jeweils rechten Seite fahren würden (und nicht entgegenkommen wie bisher) gibt es auch weniger Gefahrensituationen. Die Einhaltung dieser einfachen Verkehrsregel müsse natürlich regelmäßig kontrolliert werden.

Sicherheit für Radfahrer (Nr. 542)
a) Hinweis für Autofahrer auf vorfahrtesberechtigte Radfahrer, bevor sie die in die Anliegerstraße einbiegen habe selbst einen Unfall gesehen und schon mehrere Beinaheunfälle, nutze diesen Weg als Radfahrerin - wichtig wäre auch, den ersten Autoparkplatz an der Anliegerstraße zu sperren, um eine bessere Sicht für Auto- und Radfahrer zu gewährleisten. b) Um in der Innenstadt das Radfahren attraktiver zu machen, sollte auf den Kopfsteinpflasterstraßen ein glatter Streifen für Radfahrer eingebaut werden - wenn man Glasbehälter oder Eier am Rad transportiert hat man große Bedenken ob diese Dinge bei dem Geschüttel heil ankommen - das starke Rütteln birgt auch Gefahren beim Lenken des Rades.

Uferradweg einrichten: Wasserwerk - Templiner Str. (Nr. 296)
Verbindung des Radweges zwischen der Langen Brücke unten am Anleger zur Speicherstadt und Richtung Hermannswerder mit Anschluss des Radweges Richtung Caputh. Das Ufer auf dem Wasserwerkgelände müsste dafür einen Fuß- und Radweg bekommen. Wenn die Uferpromanade über das Wasserwerkgelänge, für Fuß- und Radverkehr, geöffent wird, kann die Havel besser erlebt und die Radfahrer ohne den Berg Templiner Straße zu überwinden Richtung Caputh fast in Wasserniveau fahren! So könnten auch Familien mit Fahrradanfängern besser Touren südlich aus Potsdam beginnen, wenn auch nur bis zum Forsthaus Templin. Ein wichtiger Baustein für ein fahrradfreundliches Potsdam, in dem das Wasser auch vom Rad besser zu erleben ist. WEnn es dich Lichtverhältnisse zulassen sollten Ausgleichsmaßnahmen in Form von Obst-Halbstämmen auf der Wasserwerkseite erfolgen; z.B. Sußkirschen zum selber pflücken.