Potsdams Radwege ausbauen und mehr Radschnellwege einrichten

Votierungsliste Nummer: 
34
Laufende Nummer: 
312
Art der Übermittlung: 
Internet
Betrifft: 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Fahrradwege sind zukünftig vom motorisierten Verkehr baulich zu trennen. Anzustreben ist ein eigenes Fahrradwegesystem und die Schaffung von kreuzungsfreien (frei von Ampeln, Ein- und Ausfahrten von Autos etc.), stadtteilverbindenden und den Straßenverläufen nicht zwingend folgenden Radfahrschnellwegen, z.B. eine Verbindung vom Kirchsteigfeld/Stern in die Stadt (auch der Weg parallel zur L40/Nutheschnellestraße). Darüber hinaus ist die  direkte Verbindung zwischen der Geschwister-Scholl- und Zeppelinstraße entlang des Schafgrabens durch das Aufbringen einer neuen Decke zu verbessern und mit weiteren Maßnahmen (Geländer) zu sichern.

Bewertung / Einschätzung der Landeshauptstadt Potsdam: 

In der Fortschreibung des Radverkehrskonzepts wird eine bauliche Trennung zwischen dem Rad- und Kraftfahrzeugverkehr grundsätzlich angestrebt. Allerdings ist diese oft nur bei einer Neuaufteilung des Straßenraums umsetzbar. Daher muss dies je nach Einzelfall entschieden werden, ob dann Kfz-Fahrspuren, Kfz-Parkplätze oder Straßenbäume entfallen. In einer Machbarkeitsstudie zu Radschnellverbindungen in Potsdam wurde das Potential für verschiedene Relationen untersucht und als vordringliche Trasse die Verbindung nach Stahnsdorf erkannt. Diese soll in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Wegeverbindungen abseits der Hauptverkehrsstraßen werden bereits ausgebaut (z.B. Uferwege). Der Radweg zwischen Drewitz und Schlaatz an der Fernwärmeleitung wird dieses Jahr errichtet und die Wegeoberfläche am Schafgraben erneuert. Allerdings sind die meisten Ziele des Radverkehrs an Hauptverkehrsstraßen bzw. über diese am schnellsten und direkt zu erreichen, sodass die Hauptverkehrsstraßen auch zukünftig im Fokus der Radverkehrsplanung bleiben werden.

Kosten der Umsetzung: 

ca. 1,5 Mio Euro für 2017

Lesen Sie auch:
auf Potsdam.de: Fortschreibung des Radverkehrskonzepts (Entwurf)

Verlauf der Vorschlagseinbringung / Rechenschaft: 

Der Vorschlag wurde im Bürgerhaushalt 2017 der Landeshauptstadt Potsdam eingereicht. Er erhielt von den Potsdamerinnen und Potsdamern bei der Vorauswahl ausreichend, bei der abschließenden Votierung insgesamt 12.868 Punkte und wurde unter der Nummer 16 in die "TOP 20 - Liste der Bürgerinnen und Bürger" aufgenommen und am 2. November 2016 unter der Nummer "16/SVV/0692" der Stadtverordnetenversammlung zur Beratung und Entscheidung übergeben. Die zu einer Anregung zusammengefassten Vorschläge zum Potsdamer Radverkehr wurden zur weiteren Prüfung für eine zukünftige Berücksichtigung bei der Umsetzung des Radverkehrskonzepts empfohlen. Der Ausschuss für Finanzen folgte damit dem Votum des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr. Geprüft werden soll unter anderem, die Einrichtung vom Autoverkehr komplett getrennter Radwege. (21.12.2016) >> Prüfauftrag: „Es ist zu prüfen, zukünftig Fahrradwege vom motorisierten Verkehr baulich zu trennen. [...]“ Die Stadtverordnetenversammlung folgte in ihrer Sitzung vom 1.3.2017 der Empfehlung.

Prüfergebnis:

Über den Stand der Prüfung wurde im September 2017 unter der Drucksache 17/SVV/0696 informiert.

Mit der am 03.05.2017 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Fortschreibung des Radverkehrskonzepts wird eine bauliche Trennung zwischen dem Rad- und Kraftfahrzeugverkehr grundsätzlich angestrebt. Die Prüfung, ob Fahrradwege baulich vom motorisierten Verkehr zu trennen sind, kann letztendlich jedoch erst anhand einer Straßenplanung im Rahmen einer Straßenerneuerung oder einem Straßenneubau entschieden werden. Da der bestehende Straßenraum begrenzt ist, erfordert dies meist eine Neuaufteilung des Straßenraums zu Lasten anderer Nutzungen, wie Kfz-Fahrspuren, Kfz-Parkständen oder Straßenbäumen.

In einer Machbarkeitsstudie zu Radschnellverbindungen in Potsdam wurde das Potential für verschiedene Relationen untersucht und drei als mittel- bis langfristig umzusetzende Strecken in das Radverkehrskonzept 2017 aufgenommen. Zudem wurden verschiedene unabhängig geführte Radrouten geprüft und bei einer möglichen Umsetzbarkeit in das Radverkehrskonzept aufgenommen. Die vorgeschlagene Strecke parallel der Nuthestraße wurde nicht als Radschnellroute aufgenommen, da diese viele Potsdamer Stadtteile nur indirekt erschließen würde und einen hohen baulichen Aufwand durch zusätzliche Brücken über bestehende Verkehrswege zur Folge hätte. Die Route wird aber trotzdem als Hauptroute 1. Stufe in Form einer „normalen“ Radwegeverbindung im Zielnetz des Radverkehrskonzepts 2017 berücksichtigt.

Der gemeinsame Geh- und Radweg entlang des Schafgrabens sollte 2017 instandgesetzt und ein Geländer zum Graben gesetzt werden. Die Realisierung der Maßnahme musste auf das Jahr 2018 verschoben werden, da hier teilweise die Böschung zum Schafgraben abrutscht. Es wird daher zunächst geklärt, ob die Böschung mit erneuert werden soll.

Rechenschaft zur Umsetzung:

(Stand 12/2020) Mit der im Sommer 2017 beschlossenen Fortschreibung des Radverkehrskonzepts wird grundsätzlich eine bauliche Trennung zwischen Rad- und Kraftfahrzeugverkehr in Potsdam angestrebt. In einer Machbarkeitsstudie zu Radschnellverbindungen wurde das Potential für verschiedene Verbindungen untersucht. Die Strecke parallel der Nuthestraße wurde dabei zwar nicht als Radschnellweg vermerkt, aber als Hauptroute erster Stufe in Form einer „normalen“ Radwegeverbindung im Zielnetz des Radverkehrskonzepts 2017 berücksichtigt.

Nach Analyse des Schadensbilds am Schafgraben wurde erkannt, dass die Böschung instabil ist, sodass die Maßnahme größer wird als ursprünglich erwartet. Eine Umsetzung ist im Jahr 2021 vorgesehen.

Welche Mittel wurden bereitgestellt?

Eine Aufschlüsselung der Kosten einzelner Bürgervorschläge ist aufgrund der eingehend beschriebenen Sachverhalte nicht möglich. Die nachfolgend aufgelisteten Finanzmittel wurden für die Umsetzung des Radverkehrskonzepts der Landeshauptstadt Potsdam verwendet sowie aus dem laufenden Budget finanziert.

Kostenplanung 2017: Aufwand: 1.542.800 EUR / Ertrag: 0 EUR
Kostenergebnis 2017: Aufwand: 1.456.900 / Ertrag: 0 EUR

Ausblick, Kostenplanung: Ertrag: 6.721.600 EUR / Aufwand: 3.327.500 in Summe für 2018, 2019 und 2020
 

Originalvorschläge:

Der Vorschlag wurde nach der Priorisierung vom Redaktionsteam, in dem Vertreter der Bürgerschaft und Verwaltung tätig waren, aus mehreren Vorschlägen zusammengefasst:

312 | Radfahrschnellwege einrichten: Die Landeshauptstadt Potsdam hat sich die Förderung des Radverkehrs auf die Fahnen geschrieben und möchte fahrradfreundliche Stadt sein. Das begrüße ich ausdrücklich und möchte Ihnen gerne folgendes mit der Bitte um Berücksichtigung mitteilen. Die im Stadtbild immer mehr werdenden so genannten Schutz- bzw. Radfahrstreifen sind zwar Radverkehrsanlagen, sie stellen aber für mich keine ausreichende Fahrradsicherheit dar. Fahrradwege sollten meiner Meinung nach vom motorisierten Verkehr baulich separiert sein. Ein eigenes Fahrradwegesystem wäre zielführender. Besonders die Schaffung von Radfahrschnellwegen, die kreuzungsfrei (frei von Ampeln, Ein- und Ausfahren für Autos, etc.) und getrennt vom restlichen Verkehr die einzelnen Stadtteile verbinden und nicht zwingend den Straßenverläufen folgen müssen, wäre sicher überlegenswert.
534 | Fahrradwege ausbauen: Potsdams Radwege müssen ausgebaut und sicherer werden.
1111 | Fahrradwege für Potsdam ausbauen: Ich bin für den weiteren Ausbau der Fahrradwege.
533 | Fahrradstrecken ausbauen und erhalten: Ich wünsche mir für Potsdam den Ausbau und Erhalt der Radwege in der Stadt. Keine Fahrstreifen, sondern eigene Radwege für mehr Sicherheit. Dies wäre die beste Werbung für den Tourismus: „Fahrrad freundliche Stadt Potsdam“.
692 | Ausbau Radwegenetz: Ich bin für den weiteren Ausbau des Radwegenetzes, insbesondere für eine Verbindung vom Kirchsteigfeld/Stern in die Stadt (auch der Weg parallel zur Nuthe-Straße).
197 | Verbesserung der Radwege in Potsdam: Die Situation der Radwege in Potsdam sollte verbessert werden.
968 | Radschnellwege in Potsdam zeitnah realisieren: Zeitnah und dauerhaft sollte in Potsdam so genannte Radschnellwege in die näherer Umgebung, nach Berlin und die Landkreise um das Gebiet der Landeshauptstadt Potsdam geben.
1106 | Mehr Radverkehr für Potsdam: In Potsdam sollte die Fahrradnutzung unterstützt werden, weil die Luft sehr stark belastet ist. Wer für Wege innerhalb der Stadt kein Auto nutzt, wird honoriert. Wer es für kurze Wege nutzt zahlt, außer Lieferfahrzeuge. Hilfreich wäre es, die Preise des öffentlichen Nahverkehrs zu senken.

Aufgrund des thematischen Zusammenhangs wurden diesem Vorschlag durch das Redaktionsteam auch die zwei Anregungen zur Verbindung zwischen Geschwister-Scholl- und Zeppelinstraße hinzugefügt:

985 | Verbesserung des Weges am Schafgraben: Verbesserung des Weges am Schafgraben – eine Holperstrecke mit Sicherheitsproblemen. Diese grüne Achse zwischen Zeppelin- und Geschwister-Scholl-Straße ist mittlerweile ziemlich verwahrlost: Schlaglöcher, Huckel und ein desolates Geländer, das stetig vor sich hinrostet. An etlichen Stellen fehlen Streben und sind somit ein Sicherheitsproblem vor allem für Kinder. Unser Vorschlag: Austausch des Geländers zwischen Zeppelin- und Geschwister-Scholl-Straße und Aufbringen einer neuen Wegdecke, z.B. eingefärbtes Bitumen (vgl. Radweg an der Hegelallee)
564 | Weg neben „Schafgraben“ erneuern / verschönern: Der Weg und der Graben zwischen der Geschwister-Scholl-Straße und der Zeppelinstraße („Schafgraben“) sollte saniert und verschönert werden. Auch sollte dabei das Geländer zum Graben komplett erneuert werden.

Kommentare

Gerne hätte ich Ihren Vorschlag unterstützt - aber baulich von der Straße getrennte Radwege sind eben nicht sicherer für erwachsene Radfahrer, jedenfalls nicht, wenn das Radwege auf Bürgersteigen bedeutet. Zumal Potsdam ja gerne gar nicht oder nur unzureichend markierte Kombinationen aus Rad- und Fußwegen herstellt. Das Negativ-Paradebeispiel gibts am Schloss - da hat der erste ordentliche Unfall nicht lange auf sich warten lassen.

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