(Information veröffentlicht am 31.5.2018)

Digitale Beteiligungsform: MaerkerPlus vorgestellt

Jens Graf, Fanni Schmidt, Silke Kühlewind und Jann Jakobs bei der Präsentation. Foto Landeshauptstadt Potsdam/ Stefan Schulz
Jens Graf, Fanni Schmidt, Silke Kühlewind und Jann Jakobs bei der Präsentation. Foto Landeshauptstadt Potsdam/ Stefan Schulz
Jens Graf, Fanni Schmidt, Silke Kühlewind und Jann Jakobs bei der Präsentation. Foto Landeshauptstadt Potsdam/ Stefan Schulz

Der Städte- und Gemeindebund Brandenburg und die Landeshauptstadt Potsdam haben heute die brandenburgischen Bürgermeister, Amtsdirektoren und Oberbürgermeister auf einer Veranstaltung im Plenarsaal des Potsdamer Rathauses über die neue digitale Plattform MaerkerPlus informiert. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs sagte: „Mir ist es wichtig, den Einwohnerinnen und Einwohnern Potsdams einen leichteren Zugang zur Verwaltung zu ermöglichen. Wir wollen den Dialog mit den Einwohnerinnen und Einwohnern unserer Stadt weiter befördern. Dafür bietet das Online-Portal MaerkerPlus eine großartige Möglichkeit. 67 Anliegen haben die Bürgerinnen und Bürger in Potsdam bereits gemeldet.“

Seit November 2017 ist die Plattform in der Landeshauptstadt für alle bereits frei verfügbar. Es ist ein neues Online-Angebot für Bürgerinnen und Bürger, um Anliegen, Anfragen, Lob und Kritik direkt an ihre Stadt, Gemeinde oder ihr Amt heranzutragen. Innerhalb der Verwaltung wird das Anliegen an die jeweils zuständige Stelle gesendet und beantwortet. Die Koordination der Anliegen übernimmt die MaerkerPlus-Redaktion in der Verwaltung.

MaerkerPlus wird zudem von Blankenfelde-Mahlow, Ketzin/Havel, Rathenow sowie Rüdersdorf bei Berlin angeboten und unter https://maerkerplus.brandenburg.de/de/start vom Brandenburgischen IT-Dienstleister ZIT-BB technisch bereitgestellt. Insgesamt wurden bereits 147 Anliegen vorgetragen.

Bürgerinnen und Bürger wollen ihre Anliegen auch digital an ihre Stadt, Gemeinde oder ihr Amt herantragen. Mit MaerkerPlus ist das jetzt möglich.

„Weitere interessierte brandenburgische Bürgermeister und Amtsdirektoren prüfen derzeit, ob auch sie ihr Dialogangebot um MaerkerPlus erweitern wollen“, sagte Jens Graf, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg aus. „Wir freuen uns über das Interesse an unserer Veranstaltung, es haben sich über 30 Hauptverwaltungsbeamte und Führungskräfte angemeldet“, so Graf.

Mit MaerkerPlus stehen zwei erweiterte Bausteine des Maerkers für die Kommunen Brandenburgs zur Verfügung: „Ihr Anliegen“ und „Diskussionsthemen“. Der Baustein MaerkerPlus „Ihr Anliegen“ dient, wie der Name schon sagt, dem Vorbringen lokaler und kommunaler Anliegen. Dieser Bereich steht der Bürgerschaft insbesondere zur Verfügung, um Hinweise und Anregungen zu geben, aber auch um Kritik zu üben. Alle haben die Möglichkeit, mit der Verwaltung in Kontakt zu treten und zu entscheiden, ob das Anliegen öffentlich oder nicht öffentlich ist. „Ihr Anliegen“ ist für alle auch anonym nutzbar. Eine persönliche Antwort der Verwaltung erfolgt, sofern Kontaktdaten angegeben wurden. Der Verwaltung dient dieses Tool zur schnellen und unkomplizierten Erfassung und Bearbeitung von Beschwerden, Hinweisen und Anliegen aus der Bürgerschaft. Außerdem werden damit Stimmungsbilder generiert, die der Verwaltung noch besser aufzeigen können, welche Themen die Stadtgesellschaft aktuell beschäftigt.

Mit dem Baustein MaerkerPlus „Diskussionsthemen“ kann die Kommune einen Online-Dialog zu klar definierten Themen für die Einwohnerschaft anbieten. Dies ist besonders für einzelne Projekte geeignet. In einem begrenzten Zeitraum kann mit diesem Baustein eine konkrete Fragestellung im Rahmen der vorgegebenen Handlungsspielräume online diskutiert werden. Nach Abschluss der öffentlichen Diskussion wird ein Ergebnis über MaerkerPlus kommuniziert. Die Landeshauptstadt Potsdam hat diesen Baustein bereits zwei Mal angewendet: Im Januar 2018 konnten Interessierte über die Plattform Fragen und Hinweise zum Bebauungsplan Nr. 104 "Heinrich-Mann-Allee/Kolonie Daheim" stellen, die zu einem späteren Zeitpunkt auf einer Bürgerversammlung vor Ort besprochen und beantwortet wurden.

Im April des Jahres wurde das Thema Carsharing, Leihfahrräder, Bürgerticket – das Ende des Individualverkehrs? online zur Diskussion gestellt. Die Kommentare konnten daraufhin bei dem 4. Klimadialog 2018 unter dem gleichen Titel von den Referenten aufgegriffen und diskutiert werden. Grundlage für MaerkerPlus ist das Hinweisportal Maerker. Es ging im Jahr 2009 mit den ersten zehn Kommunen im Land Brandenburg an den Start, erzielte bundesweit viel Aufmerksamkeit und hat heute viele Nachahmer. Am 10. September 2010 wurde Maerker Brandenburg als das bundesweit „innovativstes eGovernment-Projekt für gesellschaftliche Lösungen“ beim 10. eGovernment-Wettbewerb für Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen prämiert. Aktuell beteiligen sich 107 brandenburgische Kommunen, über 88.500 Hinweise wurden gemeldet. Da das Hinweisportal Maerker ein sichtlich etabliertes Angebot darstellt, konnte an diese Erfolgswerte angeknüpft werden.

In einer kommunenübergreifenden Projektgruppe wurde MaerkerPlus als erweitertes Angebot für die Einwohnerschaft entwickelt, eine Ideen- und Dialogplattform. In dieser Gruppe sind neben der Landeshauptstadt Potsdam und dem Städte- und Gemeindebund Brandenburg auch die Kommunen Rathenow, Rüdersdorf bei Berlin, Ketzin/Havel und Blankenfelde-Mahlow sowie das Kommunale Anwendungszentrum des Brandenburgischen IT-Dienstleisters vertreten.